Deutschland: Bei aufwendigem Banküberfall 30 Millionen Euro erbeutet

Die Ermittler haben rekonstruiert, wie Einbrecher von außen in einen gesicherten Bereich eindrangen und Tausende von Schließfächern plünderten. Die Polizei geht von einer hochorganisierten Tat aus.

Die Ermittler haben rekonstruiert, wie Einbrecher von außen in einen gesicherten Bereich eindrangen und Tausende von Schließfächern plünderten. Die Polizei geht von einer hochorganisierten Tat aus.

In der Wand des Tresors einer Sparkasse ist ein großes Loch zu sehen.
Einbrecher verschafften sich mit einem großen Bohrer Zugang zum Tresorraum und suchten dort, einmal drinnen, nach Beute.Bild: Polizei Gelsenkirchen/dpa/picture Alliance

Die Ermittler schätzen, dass Einbrecher bei einem Einbruch in eine Bank in Gelsenkirchen rund 30 Millionen Euro erbeutet haben , teilte die Polizei am Dienstag mit.

Ein Polizeisprecher bezeichnete den Einbruch als hochprofessionell und sagte, er habe umfangreiche Planung, Insiderwissen und erhebliche kriminelle Entschlossenheit erfordert.

Was wissen wir über den Raubüberfall in Gelsenkirchen?

Laut Polizeiangaben verschafften sich die Täter über ein Parkhaus Zugang zur Bank, bohrten ein großes Loch in den Tresorraum und entkamen später auf demselben Weg mit den gestohlenen Gegenständen.

Mehr als 3.000 Schließfächer im Tresorraum wurden aufgebrochen; sie enthielten Bargeld, Schmuck und Gold. Basierend auf einem durchschnittlichen Versicherungswert von etwa 10.000 Euro pro Schließfach schätzte die Polizei den Gesamtschaden nach ersten groben Schätzungen auf rund 30 Millionen Euro.

Der Einbruch wurde am Montag entdeckt, nachdem ein Feueralarm ausgelöst und die Rettungskräfte alarmiert hatte. Laut Polizei verschafften sich die Täter über ein Parkhaus Zugang zur Bank, bohrten ein großes Loch in den Tresorraum und flüchteten anschließend auf demselben Weg mit dem Diebesgut.

Polizeibeamte sichern den Bereich vor der Bank, während Kunden protestieren.
Nach dem Banküberfall sicherten Polizisten den Bereich vor der Bank, nachdem es zu Protesten von Kunden gekommen war.Bild: Christoph Reichwein/dpa/picture Alliance

Zeugen berichteten der Polizei, sie hätten in der Nacht zum Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses gesehen. Die Ermittler haben bereits erste Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet. Diese zeigen angeblich einen schwarzen Audi RS 6, der am frühen Montagmorgen mit maskierten Insassen das Parkhaus verlässt. Das Kennzeichen des Fahrzeugs war zuvor in Hannover gestohlen worden, so die Polizei.

Wer waren die Opfer?

Am Montag und Dienstag versammelten sich Kunden vor der Sparkassenfiliale, um Informationen zu erhalten. Die Kölner Stadt -Anzeiger berichtete, dass viele der Betroffenen Kunden türkischer Herkunft seien, die Gold oder Goldschmuck in ihren Schließfächern aufbewahrt hatten. Einige Opfer gaben gegenüber der Polizei an, ihre Verluste überstiegen den Versicherungswert ihrer Schließfächer bei Weitem.

Die Polizei hat betroffene Kunden gebeten, sich direkt an die Bank zu wenden, anstatt individuelle Strafanzeige zu erstatten. Die Sparkasse sammelt personenbezogene Daten und Schadensberichte und leitet diese täglich an die Ermittler weiter.